Sehr geehrter Herr Doktor,
bei Ihren sehr detaillierten Beschreibungen habe nicht gelesen, wie alt man höchstens sein muss, um Ihre Hormone einzunehmen. Da meine Freundin mit ihren 57 Jahren so tolle Erfahrungen mit Ihren Hormonen gemacht hat, wollte ich auch mit der Einnahme beginnen. Ich bin 75 Jahre alt.
Mein Arzt konnte mir auch nichts zu einer Altersgrenze sagen, und so nahm ich täglich morgens 1 Kps. Estradiol 1 mg und abends 1 Kps. Progesteron 100mg. Dazu nahm ich morgens Zink und abends Kupfer.
Diese Einnahme ging vier Tage lang gut. Jedoch bekam ich im Laufe des fünften Tages gegen Abend Schwindel (Gleichgewichtsstörungen), der sich in der Nacht verschlimmerte. Daher setzte ich am 6. Tag mit den Hormonen aus.
Nachdem der Schwindel wieder weg war, nahm ich am 7. Tag morgens eine Kps. Estradiol. Dann aber stellte sich am Abend wieder Schwindel ein, und ich ließ deshalb das Progesteron weg. Die Hormoneinnahme habe ich danach abgebrochen.
Meine Fragen dazu:
Bin ich zu alt für die Einnahme? Oder hätte ich anders dosieren sollen?
Gibt es eine Möglichkeit für mich, die Hormone noch ohne Nebenwirkungen einnehmen zu können? Haben die Hormone überhaupt in meinem Alter noch einen verjüngenden Effekt? Für mein Alter sehe ich noch ganz gut aus und ich bin auch noch ziemlich fit. Jedoch – ein bisschen mehr Kraft und Elan könnte ich schon gebrauchen.
Vielen Dank im voraus.
Mit freundlichen Grüßen
H.B.
Sehr geehrte Frau B.M.,
Wie schön, daß Ihre Freundin so gute Erfahrungen gemacht hat!
Sie haben deswegen nichts zu einer Altersgrenze gelesen, weil es grundsätzlich eigentlich keine solche Grenze gibt. So ist aktuell mein ältester Patient ein 83‑ jähriger Mann (mein Vater) – und wenn das keine gute Therapie wäre, würde ich das meinem Vater bestimmt nicht geben…
Grundprinzip bei dieser Therapie ist immer die MESSUNG der Spiegel im Blut. Das gibt uns eine verlässliche Grundlage: wir müssen nicht „im Nebel fahren“…
Also meine ganz konkrete Empfehlung: lassen Sie den aktuellen Spiegel Ihrer 3(4) wichtigsten Hormone bestimmen:
– Progesteron
– Östradiol (E2)
– FSH
– Vitamin D3 (25-Oh Cholecalziferol) für die Knochen, ist aber auch Anti-Krebs-Hormon Das können wir gern hier in der Praxis machen.
Dann wissen wir Ihren aktuellen Hormonzustand und können dann entsprechend Ihren prsönlichen Bedürfnissen langsam einschleichend die für Sie optimale individuellen Dosis bestimmen – damit eben möglichst die von Ihnen genannten Symptome nicht auftauchen.
ALSO: nein, es gibt keine Altersgrenze, das kann man in jedem Alter machen. Es bedarf vielleicht nur etwas mehr Geduld bei Arzt und Patient, um gemeinsam langsam die richtige Dosis zu finden.
Wunder soll man keine erwarten, aber vielleicht mehr Lebensqualität…
Herzlichen Gruß!
Dr Thomas Beck
Sehr geehrter Herr Dr.Beck, ich habe Ihren Kommentar zu
„Altersgrenze für Hormontherapie“ gelesen.Ich bin 72 Jahre
alt und habe meine Hitzewallungen während der Wechseljahre erfolgreich mit Estragest TTS, Menoflavon 40 mg und zuletzt mit La femme 1mg/2mg und Femikliman erfolgreich bekämpft.
Nach ca. 1Jahr ohne Medikamenteneinnahme leide ich wieder unter furchtbaren Hitzewallungen.Kann man in meinem Alter noch den Hormonstatus bestimmen lassen, um eventuell den Grund für die Hitzewallungen herauszufinden? Meine Frauenärztin lehnte dieses ab mit der Begründung,ich sei zualt dafür. Gudrun Urban
Hallo Frau Urban,
ich freue mich, daß Sie mir diese Frage stellen, weil es offensichtlich einigen Frauen so geht, wie Ihnen.
In diesem Punkt bin ich wirklich anderer Meinung als Ihre Frauenärztin, Alter ist KEINE KRANKHEIT und Sie müssen nicht auf eine regelrechte Behandlung verzichten, nur weil Sie über 70 Jahre sind.
aber vielleicht hatte Ihre Frauenärztin das auch nicht so gemeint, sondern daß die Krankenkasse das nur im begründeten Ausnahmefall übernimmt…
Nun zur inhaltlichen Frage: Ihre eigene Erfahrung zeigt ja, daß Ihre Symptome auf den Mangel an Hormonen zurück gingen.
Solange Sie die genannten Medikamente einnahmen, ging es Ihnen (einigermaßen) gut, nach Absetzen kamen die Symptome wieder.
ALSO: ich würde sehr empfehlen, daß Sie die Blutanalyse durchführen lassen (PS mein ältester Patient ist 83 Jahre alt) und daraus können wir dann sehen, ob und wieviel Hormone Sie benötigen!
Wir brauchen folgende Werte:
– Progesteron – Östradiol (E2)
– FSH – Vitamin D3 (25OH Cholecalziferol)
mfg!
Dr. Beck
Bin 68 Jahre alt und nehme seit ich 50 bin das Hormon Estrofem. Gebärmutter wurde vor fast 30 Jahren entfernt. Es wurde vor einiger Zeit bei mir eine Veranlagung für Hirnschlag festgestellt, familiär und ich habe schon kleine sichtbare Schäden im Hirn. Die Frauenärztin will die Verantwortung nicht übernehmen und möchte mir deswegen die Hormone nicht mehr verschreiben. Habe die Dosis schon von 2mg auf ½ mg.pro Tag reduziert, möchte aber bei dieser Dosis bleiben, weil ich sonst Hitzewallungen habe und eher depressive gestimmt bin. Bin sonst total gesund mit niedrigem Blutdruck und keinem Uebergewicht und treibe Sport.
Hallo Frau Wagner
das ist eine sehr ernste Frage. immer wieder wird vor allem von engagierten Frauenärzten vor den Gefahren der HormonErsatzTherapie (HET) gewarnt, weil es viele Studien gibt, die zeigen, daß Krebs, Schlaganfall und andere Gefäßerkrankungen häufiger auftreten, wenn Östrogen eingenommen werden.
Diese Studien sind oft sehr gut wissenschaftlich abgesichert und deswegen wird eine HET als sehr gefährlich eingestuft – um die Frauen damit nicht zu gefährden.
Auf der anderen Seite ist aber offensichtlich, daß gerade die Frauen, die aufgrund Ihrer Lebensphase besonders hohe Hormonspiegel haben (also Frauen zwischen 15 und 25 Jahren), daß diese Frauen gerade besonders gesund sind!
Wie passt das zusammen?
Wenn man etwas nicht verseht, muß man genauer hinschauen!
Welche Hormone wurden in den Studien verwendet und wie wurden diese eingesetzt?
Das wesentliche Merkmal von Studien ist die Untersuchung von Mono-Substanzen (also von einzelnen Substanzen). Das ist aber gerade bei den Sexual-Hormonen in der Natur normalerweise nie der Fall, es wirken immer mehrere Hormone zusammen. So konnten weitere wissenschaftliche Studien zeigen, dass die gleichzeitige Gabe von Östrogen zusammen mit Progesteron zu einem normalen Erkrankungsrisiko führt, die alleinige Gabe von Östrogen dagegen das Risiko für Krebs auf das drei bis sechsfache erhöhte!
Es kommt also darauf an, die Natur RICHTIG nachzumachen!
Zum anderen sind die Hormone, die in den Studien verwendet werden, von der Pharmaindustrie bereitgestellt und keine echten natur-identischen Hormone, sondern aus patentrechtlichen Gründen veränderte Substanzen, die hormonähnliche Wirkungen haben‑ es handelt sich also genau genommen, gar nicht um die „echten“ Hormone, sondern nur um „Ähnliches“. Diese synthetischen hormonähnlichen Stoffe können im menschlichen Körper nicht weiter umgewandelt werden‑ wie die echten Hormone – und lagern sich deshalb ab. Und auch dies Bruchstücke (Metabolite) können zu Erkrankungen führen.
FAZIT: bei der Einnahme von natur-Identischen Hormonen besteht KEIN erhöhtes Risiko an Schlaganfall! Im Gegenteil: insbesondere Progesteron scheint die Gefahr für Schlaganfall und Gefäßerkrankungen generell deutlich zu reduzieren.
Insgesamt wäre von daher eine Behandlung mit naturidentischen Hormonen nicht nur ungefährlich, sondern sogar günstig!
mfg
Dr Beck
Sehr geehrter Herr Doktor Beck, zunächst ermal besten Dank für die schnelle Antwort vom 4.10.2012.
Inzwischen war ich wieder bei einer Frauenärztin,die mir
„la Famme“ verschrieben hat ,mich aber eindringlich vor den Folgen der Einnahme in Form von Schlaganfällen, Herzinfarkt und Thrombosen warnte, da die Gefäßwände bei älteren Personen nicht mehr so elastisch seien.
Ich mußte deshalb eine „Warnung“ der Ärztin unterschreiben, daß sie die Verantwortung für auftredende
Folgen der Tabletteneinnahme nicht übernehmen kann.Das macht einem ganz schön Angst! Einen Hormonstatus wollte sie nicht bestimmen.Auf Grund der früher eingenommenen Medikamente wüßte sie, welche Hormone mir fehlten.
Welche naturidentischen Hormone entsprechen denn den in „la Famme“ enthaltenen synthetischen Hormonen(Estradiolvalerat und Dienogest)?Werden solche naturidentischen Hormone von den gesezlichen Kranken be‑
zahlt, wenn nicht,was kostet dieser „Spaß“?
Im voraus besten Dank
für Ihre Antwort und viele Grüße
Gudrun Urban
Hallo Frau Urban
Ihre Frauenärztin hat sich sicher nach bestem Wissen und Ihren besten Möglichkeiten um Sie und Ihre Gesundheit bemüht. Noch vor wenigen Jahren hätten auch wir diese Therapie wirklich gut gefunden.
Inzwischen sind die Kenntnisse der hormonellen Zusammenhänge aber weiter gediehen und Dr. med. Volker Rimkus hat hier einen zentralen Beitrag geleistet. Jede® kann sich entsprechend fortbilden, es gibt mehrere Bücher von Rimkus und seit Anfang 2012 gibt es das Hormon-Netzwerk, das auch eine Reihe von Fortbildungen anbietet, die jede® besuchen kann – auch Ihre Frauenärtzin!
Die nächste Möglichkeit am 24.11.12 in München:
http://www.hormon-netzwerk.de
Nun zur Ihrer inhaltlichen Frage: viele Ärzte kennen die Studien die in den letzten Jahren zu Östrogen gemacht wurden. Nach einer anfänglichen Begeisterung wurde gezeigt, daß die untersuchten Östrogen-Präparate erhebliche Nebenwirkungen aufwiesen: von Schlaganfall über Herzinfarkt bis zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken. Das sind natürlich sehr ernste unerwünschte Wirkungen! Also‑ so scheint es: Hormone sind gefährlich!
Auf der anderen Seite kann jeder sehen, daß zB junge Frauen und Männer zwischen 15 und 25 Jahren besonders wenig krank werden. Das sind aber Menschen in einer Lebensphase mit besonders hohen Hormonkonzentratiomn! Wie kann das sein?
Die Lösung liegt zum einen darin, daß bei jungen Frauen (und Männern) nicht das Östrogen allein erhöht ist, sondern auch Progesteron (das andere „weibliche“ Hormon). Das hat sich in Studien bestätigt: wenn Östrogen alleine gegeben wurde, steigen die Nebenwirkungen deutlich an, wenn Östrogen und Progesteron zusammen eingenommen wurden, dann ging das Risiko nicht in die Höhe.
Zum anderen wurden synthetische Stoffe gegeben, die hormonähnliche Wirkungen haben‑ also nicht die „echten“ Original‑ Menschen‑ Hormone. Das ist in etwa so, als wenn man Diesel statt Super tankt‑ und kann auf Dauer nicht gut gehen.
La Famme ist ein synthetisches Hormon und insofern wie „Diesel“- wir würden das also nicht empfehlen.
SONDERN:
1. Messung der tatsächlichen Hormonspiegel im Blut
2. Ergänzung mit den natur-identischen „echten“ Hormonen
Kosten: mtl ca 50 Euro für die Kapseln mit naturidentischen Hormonen in individueller Dosierung
Blutbestimmung der Hormone im Labor ca 65 Euro
mfg
Dr Beck
Noch ein Nachtrag zur Genauigkeit:
„Progesteron“ ist das Original-Hormon, das synthetische (künstliche) Präparat heisst zB im La Famme: „Dienogest“.
„Östrogen“ bzw. „Östradiol“ ist das andere Original-Hormon, das synthetische heisst „Estradiolvalerat“.
Also wenn die Blutspiegel der beiden Hormone bestimmt werden, dann zeigt sich, was Sie vonvon zu wenig haben und wieviel bei Ihnen ergänzt werden müsste.
Und genau diese Dosis, von dem was nachgewiesenermaßen zuwenig ist, kommt dann in IHRE Kapseln hinein, die der Apotheker auf ärztliches Rezept für Sie individuell anfertigt.
Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen im seltenen Ausnahmefall manchmal, die privaten Versicherungen zahlen meist zu Beginn. Später gibt es aber auch hier oft Probleme.
Die Kassen und Versicherungen sind wohl der Ansicht, daß der Hormonabfall ein normales Alters‑ „Schicksal“ ist.
Interessanterweise werden aber z.B. Brillen wegen Altersichtigkeit regelmäßig bezahlt – eine seltsame Unterscheidung die hier gemacht wird!
mfg
Dr Beck